Ein Fahrradhelm für die urbane Fahrradkultur. Ein Produkt komplett neu gedacht.

Knallhart und Supersoft in Einem

Wer will schon einen Fahrradhelm tragen? Niemand! Stimmts? Es geht aber auch anders!

KNALLHART/SUPERSOFT ist ein komplett neuartiges Konzept für Fahrradhelme. Es passt sich an uns Nutzer an und nicht umgekehrt. KNALLHART/SUPERSOFT macht sich weich, wenn wir ihn nicht brauchen und kann so gestyled werden, wie wir das mögen – jeden Tag aufs Neue.

Durch Verschließen des Gurtes – in den gewohnten Handlungsablauf integriert – versteift sich der Helm und passt sich so optimal der Kopfform an. Nicht mehr in Gebrauch, wird der Helm zum flexiblen und angenehmen Begleiter. Durch seinen neuartigen modularen Aufbau können verschiedenste Hüllen und Gurte zum perfekten Outfit kombiniert werden. Das Konzept lässt sich durch die spezielle Herstellungsweise ebenfalls ideal in Kleidung integrieren.

Schutzfunktion: Die Struktur bietet eine ideale Kraftverteilung über die gesamte Helmschale bei maximaler Stossabsorption. Um den Kern zu schützen und ein Eindringen von spitzen Gegenständen zu verhindern, ist das Außengewebe mit speziellen Fasern durchzogen.

Genauere Informationen zur Funktionsweise werden auf Anfrage gerne gegeben.

Gibt es Möglichkeiten, die Radfahrgemeinde dazu zu bringen, freiwillig einen Helm zu tragen? Statt eine Imagekampagne zu starten, entschloss ich mich, mich dem Produkt Helm selbst anzunehmen, und dieses für die Nutzer attraktiv zu machen.

Recherchemethoden:

  • Kontextuelle Interviews mit Radfahrern aus dem Freizeit, Urban- und Sportbereich
  • Beobachtung Marktrecherche Fahrradhelme

Rechercheergebnis:

  • Helm wird nicht getragen, weil unmodisch
  • muss man mit sich rumtragen, zu groß, zu steif
  • sitzt nicht gut, tut weh
  • fühlt sich wie Fremdkörper an

Kriterien für weiteren Entwurfsprozess
Der Fahrradhelm sollte sich an jede Kopfform anpassen ohne unhandlichen Verstellmechanismen. Er sollte Freiraum für Individualität gewähren durch austauschbare und frei kombinierbare Designs. Im Idealfall bietet der Helm maximalsten Schutz beim Fahradfahren und darüber hinaus die Möglichkeit, seine steife Struktur bei Nichtbedarf zu lösen.

Die Lösung vieler benannter Probleme sah ich in der Entwicklung eines form- und strukturveränderbaren Helms, der sich optimal an den Kopf anpasst und beim Transport nicht stört.

Ein Transfer aus der Alpenregion – genauer gesagt Rettungsmatten von Sanitätern – erwies sich als geeignet: Die Entwicklung eines Vakuumsystems, das für die Tragesituation überschüssige Luft aus einem mit Kugeln gefüllten Tasche saugt.

Beide Objekte, Fahrrad und Fahrradhelm, beschäftigen mich schon seit längerer Zeit. Nach meiner Ankunft in Berlin vor 5 Jahren entdeckte ich das Rad für mich und schnell wurde es zu meinem Haupttransportmittel. Auch ich konnte mich dem allgemeinen Trend nicht entziehen: schmälere Reifen, kürzerer Lenker, weniger Ritzel und höhere Geschwindigkeit. Trotz umsichtiger Fahrweise musste ich feststellen, dass dies allein in einer Großstadt wie Berlin nicht ausreichend ist, um mich vor Unfällen zu schützen. Einen Monat hat mich die Suche nach einem Helm gekostet, der neben Schutz und optimaler Passform auch meinem Anspruch an Ästhetik gerecht werden sollte. Resignierend musste ich feststellen, dass es das Modell meiner Vorstellungen nicht gibt. Seitdem schlummert der aus der Not heraus erworbene Helm im Regal nach nur zweimaliger Nutzung.

Dies ist einer der Gründe für meine Arbeit ‚Ein Fahrradhelm für die urbane Fahrradkultur‘.


Abschlussarbeit an der Universität der Künste, Berlin
Konzeption und Entwurf abgeschlossen, Prototypen vorhanden, Kooperation mit Herstellern gewünscht
Berlin, 2010-2011
Fotocredit: Modestrecke Sebastian Noack, Studiofotografie Isabell Fringer

Gestaltungsprozess
Der Nutzer im Fokus

Der Fahrradhelm – ungeliebt und ungewollt – den meisten Fahrradfahrern ein Dorn im Auge oder schlicht verschmäht. Wie kann ein so hochgradiges Industrieprodukt den Bedürfnissen der Fahrradfahrer nach Freiheit und Stil gerecht werden? Ich möchte sie einladen den Entstehungsprozess und die Gedanken der Nutzer rund ums Thema Fahrrad in der parallel zur Diplomarbeit entstandenen Dokumentation zu verfolgen.